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Naturkundemuseum

Schmetterlingssammlung im Naturkundemuseum Gerolstein

Zeitreisen am Eifelsteig

Das Museum hat sich von Anfang an als Bewahrer des großartigen geologischen und historischen Erbes der Vulkaneifel und insbesondere der berühmten devonischen Fossilien aus den Kalkmulden der Eifeler Nord-Süd-Zone verstanden. Aus diesen Grund ist das Motto des Naturkundemuseums „Zeitreisen am Eifelsteig“, auf die man sich bei uns begeben kann, um zu erfahren, was in den letzten 400 Millionen Jahren so alles in der Eifel passiert ist.

Im sogenannten „Trilobitarium“ werden die weltbekannten Trilobiten von den „Geeser Krebsfeldern“ vorgestellt und das „Crinoidarium“ beherbergt kostbare Funde an Seelilien (Crinoiden), die vorwiegend direkt aus Gerolstein stammen. Diese fossilen Schätze aus uralten, heute längst zu Stein geworden Meeresablagerungen, stammen aus einer Zeit vor etwa 390 bis 383 Millionen Jahren, dem Mittleren Devon. Die untere Stufe des Mittel-Devons ist im Übrigen weltweit als Eifelium (engl. Eifelian) bekannt. Dies unterstreicht die Bedeutung der Eifel als ein klassisches Gebiet geologischer und paläontologischer Forschung, die schon vor über 200 Jahren begann.

 

Impressionen aus den Ausstellungen

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    Olivin-Bombe

    Gefunden in der Grube Deudesfeld (Eifel), ca. 500.000 Jahre alt

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    Hauyn - Blauer Eifeledelstein

    Gefunden am Laacher See

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    Großkristalle

    von Augit, gefunden bei Ormont

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    Fantasievolle Rekonstruktion

    einer mitteldevonischen Lebensgemeinschaft

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    Cyphaspis ceratophthalma

    Trilobit, Ahrdorf Formation,

    Gees bei Gerolstein; bedampft

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    Abbreviatocrinites abbreviatus

    Seelilie, Loogh Formation
    Gerolstein, Mitteldevon

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    Korallenstöcke

    aus dem Mitteldevon, gefunden in der Umgebung von Gerolstein

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    Eifelosaurus triadicus

    Ein Unikat, gefunden in Oberbettingen
    (zwischen Hillesheim und Gerolstein)
    im Buntsandstein der Trias

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    Römerkopf

    Reste eines Grabdenkmals (Römische Tempelanlage)
    Caiva-Tempel Gerolstein ("Judde Kirchhof")

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    Römische Glaswaren

    gefunden in Gerolstein und Umgebung

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    Der Lebensbaum

    bringt dir die Stimmen des Waldes nahe

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    Goliathus cacicus

    Rosenkäfer, Elfenbeinküste

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    Polygrapha cyanea

    Ecuador

Bekannt ist die Geschichte von Alexander von Humboldt, der bei einem Besuch in „Preußisch Sibirien“ (die Eifel war seinerzeit als unwirtlich und rau verschrien) in der Umgebung von Gees so viele Fossilien fand, dass er einigen Bauersfrauen auf den umliegenden Feldern ihre Wollsocken abkaufte, um darin die gesammelten Fossilien mitnehmen zu können. Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war auf die Fossilien der Eifel aufmerksam geworden, denn es befinden sich in seiner Sammlung drei Versteinerungen von Gerolstein und zwar: die Pantoffelkoralle Calceola sandalina (Linnè), Favosites gotlandica (Goldfuss) und Dohmophyllum helianthoides (Goldfuss).

In der Umgebung von Gerolstein kamen nach dem Devon über einen langen Zeitraum keine weiteren Sedimente mehr zur Ablagerung, wir sprechen hier von einer Schichtlücke die bis in die Trias-Zeit reichte. Daher geht die Zeitreise erst wieder weiter in der Zeit des Buntsandsteins vor rund 235 Millionen Jahren. Die Eifel war eine Wüste in der typische rote Sandsteine zur Ablagerung kamen. In dieser Zeit lebte der Eifelosaurus, ein Abguss des einzigen gefundenen Skelettes und eine Rekonstruktion dieses Reptils sind bei zu sehen. Die Urechse hat sich als "Eifelosaura" entpuppt und heißt daher nun "Betti". Kinder können bei uns lernen, wie "Betti" im Reptilienkreuzgang zu laufen, und erhalten den Reptilienführerschein! Eltern können den natürlich auch machen!

Es folgt wieder eine Phase ohne Ablagerungen und so geht die Zeitreise direkt ins Pleistozän, ca. 700.000 - 30.000 Jahre vor heute, in die "heißen" Eiszeiten, denn es war die Zeit der Vulkanausbrüche. Neben Vulkanaschen, -lapilli und -bomben stellt das Museum den Eifeledelstein aus, den blauen Hauyn, im Gestein, als loses Mineral und als geschliffener Edelstein. Hinzu kommt die einzigartige Sammlung der Fremdgesteine, die die Vulkane aus der Tiefe mitbrachten. Weltweit einzigartig sind dabei glasierte Gesteine, das sind teilgeschmolzene Sandsteine, die vulkanisch mit einer Glasur überzogen wurden. In der Abteilung Vulkanismus wartet auf die Kinder unser Maskottchen "Willi Basalt", und auch die "dicke Bertha" liegt zum mitnehmen bereit. Jedes Kind, das diese "Bombe" heben kann, darf sie mit nach Hause nehmen!

In unserer prähistorischen Abteilung lädt die kleine Höhle mit echten Fellen, Knochen und Geweihen zur Zeitreise in die Steinzeit ein. Zähne von Höhlenbären aus der Buchenlochhöhle, die Büsten von "Bron", dem Neanderthaler, und von "Mimi", der Turkanafrau, begrüßen die Gäste. Steinzeitliche Waffen und Geräte vom Neanderthaler bis zum modernen Menschen gefunden in der Umgebung Gerolsteins vervollständigen das Bild.

In der Waldabteilung lebt derselbe wieder auf. Mit einem Knopfdruck können die Kinder die Tiere im Lebensbaum zum "sprechen" bringen, so den Zaunkönig, das Eichhörnchen und den Waldkauz. Die größte Insektensammlung der Eifel im Dachgeschoß beschließt unser wunderbares Universalmuseum für Naturkunde. Die als Krämer'sche Schmetterlingssammlung bekannte Sammlung begeistert durch die Farben- und Formenfülle der Schmetterlinge und Käfer, die z.T. riesig sein können.. Das Museum hat stets relevante Eifel-Geoliteratur im Shop, sowie Postkarten und Repliken der sagenhaften Trilobiten. Poster, Dinos und Kinderbücher gibt es auch.

Naturkundemuseum

Das Naturkundemuseum befindet sich im alten Zentrum von Gerolstein direkt unterhalb der Löwenburg, in dem Teil der Stadt der traditionell als „Flecken“ bekannt ist. Als Museumsgebäude dient das 1710 im barocken Stil erbaute „Alte Rathaus“ von Gerolstein. Nach einer gründlichen Renovierung und Umbau wurde das Gebäude dann 1987 als Museum neu eröffnet. Gerolstein hatte schon vor über 100 Jahren mit dem „1. Geognostischen Eifelmuseum des Rheinlandes“ ein geologisches Museum, in dem fantastische Fossilien der Gerolsteiner Umgebung gezeigt wurden und so schon früh dem Ruf Gerolsteins als zentraler Anlaufpunkt von Generationen von Geologen, sowie Mineral- und Fossilsammlern gerecht wurde. Die Ausstellungen im ersten regionalgeologische Museum der Eifel wurden 1903 vom Schulrektor Stephan Dohm und dem Hotelier Matthias Heck im Hotel Heck in Gerolstein eingerichtet. Leider wurde das Museum 1944 durch Bomben zerstört und die Sammlungen gingen verloren. Mit seiner musealen  Vorgeschichte und nunmehr über 30 Jahren Bestehens ist das NKM Gerolstein das älteste und größte naturkundliche Museum der Eifel. Aufgrund seiner zentralen Lage in der Gerolsteiner Altstadt mit Blick auf das Kylltal und die Dolomitfelsen Munterley und Hustley gehört es auch zu den schönsten Naturkundemuseen des Landes.

Das Museum ist direkt am Kreuzungspunkt der Geo-Route der Gerolsteiner Dolomiten-Acht gelegen und von hier aus kann man leicht weitere Wanderwege erreichen, wie zum Beispiel den Keltenpfad, den Waldlehrpfad oder den Gerolsteiner Felsenweg. Bei einem Besuch in Gerolstein bietet es sich für Wanderer an sich am 11°C kalten Mineralwasser mit natürlichem Kohlensäuregehalt aus der Helenenquelle zu erfrischen, die sich im Kyllpark direkt beim neuen Rathaus befindet.

Der Sprung vom Quellwasser zur Geologie fällt leicht. Das Wasser der Helenenquelle enthält viel Magnesium und Kalzium, weil das versickernde Regenwasser im Laufe der Zeit diese Mineralien aus dem verkarsteten Dolomit und Kalkstein der Umgebung aufgenommen hat. Der natürliche Kohlensäuregehalt im Quellwasser ist bedingt durch aufsteigendes Kohlendioxid-Gas, das vulkanischen Ursprungs ist. So kommt es, dass man in der Stadt einen natürlichen Gerolsteiner Sprudel genießen kann.